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PSA: Sicherheit
für jeden Einsatz

PSA1 Brandeinsatz

Kontaminierter Atemschutztrupp nach  Heizwerkbrand in Feldbach. Foto: Christian Karner
Persönliche Schutzausrüstung (PSA), allgegenwärtiges Schlagwort und doch oftmals in seiner Bedeutung verkannt. Gerade im Feuerwehrwesen sind Uniformierungsgedanken und Traditionen oftmals nicht mit den Anwendungserfordernissen zeitgemäßer Persönlicher Schutzausrüstung in Einklang zu bringen.

Text: Ing. Ingo Mayer

Privatbereich, im Freizeitverhalten wahrscheinlich bereits jeder erlebt, was „Persönlich“ und was „Schutzausrüstung“ bedeutet: Jeder in der Familie hat für seine Hobbys oder Sportarten die jeweils zu ihm passende Schutzausrüstung. Niemand geht mit dem Motorradhelm des Vaters auf die Skipiste, weil es halt der beste Helm ist. Auch die Skibindung ist auf den jeweiligen Nutzer eingestellt und wird nicht als Kollektivsportgerät von allen benutzt. Genau das versucht aber oft „Uniform“ in der Feuerwehr. Die Schutzbekleidung soll nicht individuell sondern generell sein. Aber es gibt sie nicht, die Kollektivschutzausrüstung für jeden und alles. Auf den Einsatz abgestimmt
Mehr denn je ist der Anwender, sprich die Feuerwehr gefordert, darüber nachzudenken, wie sie die Einsätze abarbeitet. Einsatztaktik ist das gesuchte Schlagwort. Nur wer weiß, wie er an der Einsatzstelle arbeitet, kann im Vorfeld die richtige Ausrüstung, also auch die richtige Schutzausrüstung kaufen.

Dazu braucht es eine umfangreiche Betrachtung des jeweiligen Aufgabenspektrum und daraus abgeleitet eine Analyse der Gefahren, die bei diesen Aufgaben auf die Feuerwehr zukommen. Den dann, und nur dann, wenn die Gefahren erkannt sind, kann man auch Schutzmaßnahmen vorbereiten beziehungsweise im Bedarfsfalle ergreifen. Genauso wie der Einsatzleiter im Anlassfall entscheiden muss, welches Löschgerät und welche Löschausrüstung genau jetzt die richtigen sind, genauso muss er die Gefahren bewerten und darauf achten, dass so möglich, durch Schutzbekleidung das Verletzungsrisiko minimiert wird.

Brandschutzbekleidung wird man folglich eben bei der Brandbekämpfung brauchen; wie stark diese Hitze isoliert wird davon abhängen, ob ich in das Gebäude will oder nur von außen lösche. Absturzsicherung (Halte oder Sicherungseinrichtungen) werde
ich immer brauchen, wenn es die Gefahr des Sturzes über eine Kante in die Tiefe gibt – muss nicht immer sein, aber wenn dann braucht es Gurte und Seile. Gleiches gilt für Atemschutzgeräte, Schwimmwesten, Chemikalienschutzbekleidungen, Schnittschutzausrüstungen und vieles mehr. Und immer steht vor deren Anwendung die Frage: Gibt es eine Gefahr, die durch diese Ausrüstung gebannt werden kann? Ja, dann nehme man die richtige Schutzausrüstung. Irgendeine „Uniform“ wird hier selten hilfreich sein. Um dieses Prozedere für die einzelne Feuerwehr zu vereinfachen, werden vom ÖBFV Richtlinien mit Ankaufsempfehlungen für Persönliche Schutzausrüstungen erarbeitet. Damit kann jede Feuerwehr das enorme Angebot leicht überblicken, indem sie den Hersteller fragt, ob seine PSA der jeweiligen ÖBFV Richtlinie entspricht.

PSA2 Chemie

Erst die Gefahr bewerten, dann die Schutzausrüstung wählen. Foto: BF Graz
 

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